Di chlein Niederdorfopera

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Es war und ist ein Lebenstraum der beiden Prättigauer Laienschauspieler Madlena Kleger und Luzi Bardill, in ihrer langen Theaterkarriere (Theatergruppe Jenaz) einmal die kleine Niederdorfoper auf die Bühne zu bringen. Dazu Luzi Bardill wörtlich: Schon seit Kindsbeinen an „verfolgte“ mich der Traum, den Heiri in der Niederdorfoper zu spielen. Die Darbietungen von Ruedi Walter mitsamt Margrit Rainer hinterliessen bei mir einen derartigen Eindruck, dass mich dieser Wunsch die letzten rund 50 Jahre nie verlassen hat. Als ich im Zuge einer längeren Rekonvaleszenz Zeit „zum Nachdenken“ hatte, „folgte“ ich Madlenas Worten „Nid lamentiere, anpacke muesscht!“ und wir gingen die Verwirklichung „unserer“ Oper mit viel Motivation und Freude gemeinsam an.

So wurden anfangs des Jahres 2018 andere Prättigauer Theater- und Kulturschaffende zusammengerufen, um dieses Projekt ins Leben zu rufen. Nachdem mit Dieter Walser - dem Schul- und Projektleiter der Musikschule Prättigau - der Mann für das Musikalische gefunden war und auch Jöri Luzi die Zusage für das OK-Präsidium erteilt hatte, konnte die Suche nach den geeigneten Figuren und Charakteren für die Niederdorfoper gestartet werden.

Ein illustres Grüppchen von interessierten Freiwilligen machte sich daran, die Ideen zu konkretisieren. Bald wurde aber klar, dass sich dieses äusserst beliebte und bekannte Stück – schon aus örtlichen und sprachlichen Gründen – nicht einfach übernehmen lässt. Ebenfalls erachtete man die Vorstellung, die Originalversion, die vom Spiel von Ruedi Walter und Margrit Rainer lebte, nachzuspielen, als wenig erfolgversprechend. Und so entschloss sich das mittlerweile siebenköpfige OK, aus der Zürcher Niederdorfoper eine Bündner Version zu machen. Dazu mussten die Texte in den Prättigauer Dialekt umgeschrieben (Madlena Kleger, Luzi Bardill, Jöri Luzi) und die Musik stilmässig der einheimischen Volksmusik angepasst (Dieter Walser) werden. Das Niederdorf befindet sich nun in Schiers und Heiri ist ein langer, hagerer Prättigauer Bergbauer, der Zeit seines Lebens noch nie „vor der Klus“ war. Trotzdem hält auch die „neue Zeit“ im Prättigau Eingang – und Ganoven und leichte Mädchen sind auch in unserer Talschaft anzutreffen.

Mit der Adaption der kleinen Niederdorfoper ins Prättigau entstand eine Talproduktion, die in ihrer Art einmalig ist und die Eigenheiten und Qualitäten der Spielenden ganz besonders zum Ausdruck bringt. Und mit dabei die Musikschule Prättigau - einerseits vertreten durch den Schulleiter, der für alles Musikalische zuständig ist, andererseits durch Lehrpersonen, die in der Profiband mitspielen.

Mehr zu dieser einmaligen Produktion unter www.talprojekt.ch