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Prättigauer Blasmusikvereine, ihre Jugendmusiken und die Musikschule Prättigau spannen zusammen

Das Prättigau realisiert als eine der ersten Regionen im Kanton Graubünden einen flächen-deckenden Zusammenschluss zwischen den Blasmusikvereinen, ihren Jugendmusiken und der Musikschule. Unter dem Titel „Angebot plus" wird dabei ab Schuljahr 2011/12 ein gemeinsames Ausbildungskonzept realisiert, welches mehr Qualität bringt und damit zukunftssichernd wirken soll: zur Abdeckung der Schülerbedürfnisse, für ein starkes Blasmusikvereinswesen und für eine volksnahe Musikschule.

Jugendmusikvereine und Musikschule deckten bisher eigentlich dasselbe ab: Schüler und Schülerinnen wurden auf einem Instrument ausgebildet, um dann später das Erlernte in einem Ensemble anwenden zu können. Obwohl die Zielsetzung dieselbe war, trug diese Doppelspurigkeit weder zu einer besseren Qualität noch zu mehr Schülern bei. Vielmehr entstanden unnötige Mehrkosten, oft auch ein Konkurrenzkampf - und das zu Lasten aller Beteiligten.

Flächendeckende Zusammenarbeit
Dies gehört nun endgültig der Vergangenheit an, denn mit der eben beschlossenen Zusammenarbeit beschreitet man neue Wege: Auf Beginn des kommenden Schuljahres werden die BlasmusikschülerInnen auf ihren Instrumenten nämlich nicht mehr in den Vereinen, sondern ausschliesslich an der Musikschule Prättigau ausgebildet. Die Jugendmusikvereine können sich so intensiv auf ihre eigentliche Kernkompetenz, das Ensemblespiel, konzentrieren, welches wiederum durch die Musikschule ideell und schülermässig unterstützt und in das offizielle Fächerangebot aufgenommen wird. Diese Strukturbereinigung hat eine allgemeine Qualitätssteigerung, ein Aufeinanderabstimmen des musikalischen Angebotes und eine Professionalisierung zur Folge. Nebenbei können aber auch Synergien genutzt werden, die auf  fachlicher,  politischer, gesellschaftlicher und organisatorischer Ebene nur Vorteile bringen.

„Angebot plus"
Was nun heisst das aber für die betreffenden Schülerinnen und Schüler? In erster Linie erhalten sie einen qualifizierten Instrumentalunterricht nach staatlichen Richtlinien sowie eine hochwertige Ensemble-ausbildungen in ihren Jugendmusikvereinen. Daneben wird aber auch der ganze organisatorische und administrative Aufwand vereinheitlicht, indem zukünftig das ganze Anmelde-, Unterrichts- und Rechnungswesen über die Musikschule Prättigau läuft. Sie ist es auch, deren Richtlinien, Tarife und Termine zukünftig angewendet werden. Zudem erfolgt die gesamte Öffentlichkeitsarbeit auf einer gemeinsamen Plattform, was die Orientierung für Schüler und Eltern wesentlich vereinfacht. Geplant sind auch Ideen- und Projektaustausche zugunsten der musikalischen Vielfalt und entsprechend den Bedürfnissen in unserer Talschaft.

Langjährige Projektphase
Diese Form der engen Zusammenarbeit wurde im Prättigau seit rund neun Jahren mit verschiedenen Beteiligten und in unterschiedlichen Modellen praktisch erprobt. Aus diesen Erfahrungen hat die verantwortliche Projektgruppe nun das flächendeckende Modell „Angebot plus" kreiert, welches die Bedürfnisse der beteiligten Parteien vollumfänglich abdeckt  und trotz des fachlichen Zusammenschlusses viel Freiraum, Eigen- und Selbständigkeit einräumt.

Mitwirkende Vereine
Zu den mitwirkenden Vereinen gehören neben der Musikschule Prättigau die Musikgesellschaften Grüsch, Küblis und Pany mit den Prättibeaters, die Musikgesellschaft Jenaz mit der Jugendmusik Jenaz sowie die Musikgesellschaft Klosters mit ihrer Jugendband. Eine Zusammenarbeit abgelehnt haben die Musikgesellschaften Madrisa und Serneus. Sie bilden ihre Schüler weiterhin durch Vereinsmitglieder aus.

Vorgezogener Startschuss
Obwohl der offizielle Startschuss zur Zusammenarbeit im kommenden August erfolgt, werden das gesamte Anmeldeprozedere für das neue Schuljahr und die vielfältigen Infoveranstaltungen bereits jetzt zusammengelegt. Auf dieser Homepage sind dazu Detailinfos abrufbar. Die Vereine orientieren ihre Mitglieder und Jungbläser gleichzeitig und selbständig.

Fortschrittliches Tal
Mit der in dieser Form einzigartigen Zusammenarbeit beweist das Prättigau einmal mehr, dass es zugunsten einer Sache nicht nur innovativ, sondern sehr fortschrittlich ist - in diesem Falle für die musizierende Jugend, für ein zukunftssicherndes Blasmusikvereinswesen und für eine qualitativ hochwertige, koordinierte  Musikausbildung.

Die Arbeitsgruppe „Angebot plus"